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Unsere Geschichte

Wie alles begann

 

„Vor Jahren fanden sich mehrere Männer bereit, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen, um selbstlos allen Mitmenschen in Not und Gefahr zu helfen. An dieser Stelle sei ihnen hierfür recht herzlich gedankt.

Wir werden bemüht bleiben, in ihrem Sinne weiterzuarbeiten und das begonnene Werk fortzuführen.“

 

Dies waren die Worte des damaligen Wehrführers Emil Hofmann im Juni 1979 zum 50-jährigen Jubiläum der freiwilligen Feuerwehr Niederbiel.

50 Jahre früher, am 1.10.1929, schlossen sich 23 junge Männer zusammen, um sich Brandbekämpfung in besonderem Maße anzunehmen.

 

Der Gemeindevorsteher Wilhelm Marx nahm sich der Aufgabe an und entwarf eine Satzung und Regeln für die neu gegründete Feuerwehr. Bei den ersten Wahlen wurde Wilhelm Marx zum Brandmeister und Heinrich Rackel zu seinem Stellvertreter gewählt. Diese Satzung wurde auch dem Kreisbrandmeister Vogel in Wetzlar vorgelegt, der daraufhin die Wehr dem Kreisverband anschloss.

 

Von nun an fanden die Übungen sonntagvormittags statt. Die Übungen beinhalteten die neusten Erkenntnisse und Methoden im Rahmen der Brandbekämpfung. Mit großem Elan übten und trainierten die Wehrmänner, da jeder von ihnen um ihre bedeutsame Aufgabe wusste.

 

Jedoch erforderten die neuen Methoden neue Einsatzmittel und die alten Feuerhaken und schweren Steigleitern wurden durch eine neue Zugleiter mit Schlauchwagen ersetzt. Zusätzlich brachte man in diesem Zuge die Mittel auf, um eine einheitliche Kleidung für die Wehrmänner anzuschaffen.

 

Als der Kreisbrandmeister zu Besuch kam, entsprach die Ausbildung der noch jungen Feuerwehr in vollem Umfang seinen Vorstellungen. 1934 verfügte eben dieser Kreisbrandmeister, dass der Kreisverbandstag in Niederbiel stattfinde, um der Wehr mit dieser Auszeichnung zu helfen. Das Fest sollte im August 1934 stattfinden, wurde jedoch auf den 2. September 1934 verschoben, da drei Tage vor dem geplanten Fest Reichspräsident Hindenburg verstarb. 900 Feuerwehrleute konnten am Morgen des Eröffnungstages auf dem Festplatz an der Kreisstraße begrüßt werden. Mittags fand eine Brandübung unter Mitwirkung von sämtlichen Feuerwehren der Umgebung statt.

 

Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieb Niederbiel von großen Schadenfeuern verschont. Doch ab diesem Moment war es schwer, den Brandschutz sicherzustellen. Die wehrfähigen Männer wurden durch Stellungsbefehle eingezogen und so wurden die noch nicht wehrfähigen Burschen in die Feuerwehr aufgenommen.

 

Am 14. Februar 1940 wurde die neu formierte Wehr auf eine Probe gestellt. Im heutigen Tannenweg brannte eine Scheune lichterloh. Den Wehrmännern gelang das Löschen trotz der niedrigen Temperaturen und der meterdicken Eisschicht des Brandweihers. Das Wohnhaus, sowie landwirtschaftlichen Geräten des Bauern, blieben verschont.

 

Der Zweite Weltkrieg forderte in den Reihen der Feuerwehr große Opfer. Einige fielen, andere galten als vermisst. Die Feuerwehr stand erneut am Anfang. Ehrenbrandmeister Konrad Rühl nahm sich der Aufgabe an. Die Gemeindevertretung versicherte ihre Unterstützung zu und der Jagdpächter Herr Förster, zu dem man eine Gute Beziehung unterhielt, stellte eine 800 Liter Motorsprite zur Verfügung und ersetzte die alte Hochdruckspritze.

 

Im Jahr 1952 beschaffte die Gemeinde Niederbiel das erste Motorfahrzeug. Einen Hansa Loyd mit Anhänger wurde von der Firma Leitz übernommen. Ab diesem Zeitpunkt konnte man jederzeit und schnell eingreifen. Lang musste man auf einen Einsatz nicht warten und das Fahrzeug stellte seinen Nutzen beim Großbrand auf Kloster Altenberg dar.

Die Gemeinde unterstützte die Feuerwehr weiterhin. 1953 ließ die Gemeindevertretung ein neues Gerätehaus mit Zentralheizung und Schlauchturm bauen, sowie eine große Menge an B-Schläuchen gekauft, wodurch das Wasser über größere Wegstrecken gepumpt werden konnte und die Brandbekämpfung effektiver gestaltete.

 

Das 25- jährige Jubiläum

1954 konnte man auf 25 Jahre Dienst zurückblicken. Dies war ein Grund eine Feier auszurichten. Für den 22.-24. Mai 1954 wurde ein Fest geplant. Die Zielsetzung war, dass alle Gäste sich wohlfühlen und gerne auf das Fest zurückblicken. Der Aufenthalt sollte die Kameradschaft und Freundschaft fördern. Unter dem Spruch ‚Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr!‘ sollten 3 Tage gefeiert werden. Das Fest fand bei der Bevölkerung großen Anklang und die Geschäfte und Handwerksbetriebe des Dorfes unterstützten durch ihre Anzeigen in der Festschrift das Fest finanziell. Das Fest bot Musik, Ehrung der im Krieg gefallenen Kameraden, Tanz und einen Festzug durch das Dorf. Ein Frühschoppen am Montag ließ das Fest ausklingen und beschloss das Ende des dreitägigen Jubiläums.

 

Nach dem Rückblick auf die letzten 25 Jahre blickte man nun in die Zukunft. Im Mittelpunkt stand die Steigerung der Schnelligkeit und Effektivität der Wehr. Da die Motorisierung weiter voran schritt musste man Schritt halten. Deshalb erwarb die Gemeinde 1956 einen Opel Blitz mit Vorsatzpumpe von der Firma Ziegler.

Im Frühjahr 1963 wurde das alte Spritzenhaus, was das Ortsbild des Dorfes prägte abgerissen, da ein Lebensmittelgeschäft errichtet werden sollte.

 

In diesen Jahren versuchte man neue Mitglieder zu werben. 1968 konnte man acht aktive und 78 passive neue Mitglieder durch gezielte Werbung verzeichnen. Gesamt konnte man im Ernstfall auf 42 aktive Wehrmänner hoffen und 156 Mitglieder unterstützen die Feuerwehr passiv.

 

Um die Kameradschaft zu wahren veranstaltete man Kameradschaftsabende, Vereinsfahrten sowie Bunte Abende im Saalbau Sack wo alle Einwohner des Dorfes geladen waren.

Ein Jahr später konnte man bereits auf 40 Jahre Dienst zurückblicken. Auch dies fand in einem würdigen Rahmen statt. Zwei Tage lang feierte man dieses Ereignis. Am Samstag, dem 2. August 1969 wird das Fest mit der Übergabe einer neuen Tragkraftspritze (TS-8) eröffnet. Eine Schauübung demonstrierte die Leistungsfähigkeit der Wehr.

 

Am 27. März 1971 wird der Oberbrandmeister und Wehrführer Emil Hofmann bei einer Brandmeisterdienstversammlung mit dem Deutschen Feuerwehrkreuz in der zweiten Stufe verliehen. Im gleichen Jahr wird das neu beschaffte LF 8/8 in Dienst gestellt.

 

Das 50-jährige Jubiläum wurde vom 22. – 25. Juni 1979 gefeiert und sollte jedem in guter Erinnerung bleiben. Ein großes Festzelt, in dem 3000 Menschen Platz fanden, wurde gestellt. Verschiedene Kapellen und Duos traten auf und unterhielten die Besucher. Für den Samstag hob man sich etwas Besonderes auf: Die Einweihung des neuen Gerätehauses in der Ringstraße. Es kostete damals 300.000 DM und leistet auf 240 qm noch heute treue Dienste. Emil Hofmann beschrieb als Wehrführer es mit den Worten, dass dies einer der schönsten Augenblicke in seinem Leben sei. Besonders geehrt wurden außerdem die acht noch lebenden Gründungsmitglieder der Feuerwehr. Den Höhepunkt der Jubiläumsfeier bildete der am Sonntag stattfindende über 2 km lange Festzug durch Niederbiel. Zahlreiche Feuerwehrabordnungen, Spielmanns- und Musikzüge, sowie ortsansässige Vereine zogen zusammen durch die Straßen.

1982 wird ein beschädigter VW Bus besorgt und durch tatkräftige Arbeit der Kameraden repariert. Das handwerkliche Können der Feuerwehr war nicht nur dabei eine Stärke.

Niederbiel als Dorf wuchs und wuchs, sodass eine einzelne Sirene für den Ort nicht mehr ausreichte. 1989 wurde eine zweite installiert.

Durch den Anbau der Mehrzweckhalle 1991 wurde in Eigenregie das Gerätehaus im Untergeschoss durch Duschen, Toiletten, Büro, Küche und der Unterrichtsraum erweitert. Im gleichen Jahr wird ein Rüstanhänger angeschafft.

 

Um den wachsenden Aufgaben und Anforderungen gerecht zu werden, wurde 1993 ein Boot mit Außenbordmotor mit Ölsperren beschafft, um die Lahn vor Verschmutzung zu bewahren. 2005 wurde im Rahmen des Tags der offenen Tür ein Luftkammerboot mit Außenbordmotor auf einem Anhänger übergeben.

 Im Jahr 1996 wurde das LF 8/8 in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wurde ein TSF-W mit 4 Atemschutzgeräten. Dieses Fahrzeug ist noch heute im Dienst und leistet treue Dienste.

Schaut man nun zurück, so sieht man den Wandel und lässt kaum erahnen, was in den nächsten Jahren passieren wird.

 

Sicher ist, dass im Jahr 2029 unsere Feuerwehr 100 Jahre alt wird.