Aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Niederbiel

 

(bis zum 25 jährigen Bestehen)

Der Feuerwehrmann galt von jeher im Dorfgemeinschaftsleben als Ehrenmann.

So hatten die seit altersher bestehende Pflichtfeuerwehr die Aufgabe Gut und Blut und somit das Volksvermögen zu schützen.

Im Jahre 1929 trafen sich nach einer Pflichtübung einige beherzte Männer und Burschen zusammen und beschlossen diesen Pflichtdienst freiwillig und mit größter Sorgfalt und Disziplin auszuführen. Der damalige Vorsteher Wilhelm Marx ließ diese Männer zusammen kommen und es wurden ganz neue Richtlinien und Satzungen aufgestellt.

Sie wählten einen Vorstand aus ihren Reihen. Der Einberufer Wilhelm Marx wurde zum Brandmeister und zu dessen Stellvertreter der damaligen Bürgermeister Heinrich Rackel bestimmt. Diese Satzungen wurden dem damaligen Kreisbrandmeister nach Wetzlar eingereicht.

Herr Vogels begrüßte dieses Unternehmen und wir wurden als freiwillige Feuerwehr dem Kreisverband, welcher damals noch sehr klein war angeschlossen. Es galt nun für uns Freiwillige in straffer Zucht und Disziplin unseren Mann zu stellen. Mit Hilfe der damaligen Gemeindevertretung wurden nach den neuesten Gesichtspunkten und Erfahrungen moderne Feuerwehrgeräte angeschafft. Nicht zuletzt galt es auch, diese Männer mit einem einheitlichen Ehrenkleid, der Uniform zu bekleiden. Auch Übungen, die allsonntäglich Vormittags angesetzt wurden, wurden nach den neuesten Erfahrungen der Feuerbekämpfung durchgeführt. Die alten schweren Steigleitern und Feuerhaken wurden beiseite gelegt, dass alte Leiterhaus bei der Schule abgerissen und eine Zugleiter mit Schlauchwagen angeschafft.

Bei der ersten Besichtigung, die der Kreisbrandmeister Vogels abhielt, hat sich dieser lobend über unsere Leistungen ausgesprochen. So erhielten wir durch Fürsprache des Kreisbrandmeisters im Jahre 1934 den Kreisverbandstag, welchen wir mit unserem 5-jährigen Jubiläum verbanden. Leider musste dieses Fest drei Tage zuvor durch dem Tod des Reichspräsidenten Hindenburg untersagt werden und wir verlegten es auf den 2.September 1934. Trotzdem war uns der Wettergott immer noch hold und wir konnten über 900 Feuerwehrkameraden hier auf unserem Festplatz vor dem Dorf an der Kreisstrasse begrüßen.

Mittags fand ein groß angelegter Brandangriff im Hinterdorf unter Mitwirkung von sämtlichen Wehren der Umgebung statt. Bis dahin hatten wir Gott sei gedankt noch keinen Ernstfall, wo wir unser Können unter Beweis stellen konnten, zu verzeichnen. Es kam nun der zweite Weltkrieg und viele unserer Kameraden wurden eingezogen, so dass wir kam noch in der Lage waren, einen Löschzug zusammen zu stellen. Wir waren gezwungen, zu den jüngeren Generationen zurück zu greifen. Leider sind viele unserer Kameraden nicht mehr in die Heimat zurückgekehrt und wir werden sie alle an unserem Jubiläumstag in unser Gedächtnis zurückrufen und ihnen nebst den in der Heimat Verstorbenen ein besonderes Ehrenblatt in unserer Festschrift widmen.

Da kam der 14.Februar 1940. Es war ein sehr kalter Wintertag. Der Schnee lag 30cm hoch. Die Brandweiher hatten meterdickes Eis, als es vormittags Feueralarm gab. Es brannte die Scheune des Friedrich Becker im Oberdorf. Die meisten Feuerwehrkameraden waren auf der Arbeit. Trotzdem gelang es den wenigen Männern den Brand auf seinen Herd zu beschränken, obwohl das Wohnhaus und noch mehrere landwirtschaftliche Gebäude in unmittelbarer Nähe standen.

Durch die Führsprache unseres im vorigen Jahr verstorben Ehrenbrandmeisters Wilhelm Marx und in gutem Einvernehmen mit unserm jetzigen Jagdpächter, Herrn Förster, schenkte uns Letzterer nach dem Kriege eine 800L Motorspritze und möchten wir nicht versäumen ihm hierfür an dieser Stelle nochmals zu danken.

Nun können wir auch unsere alte fahrbare Handdruckspritze der Vergangenheit übergeben. Im Jahre 1952 erhielten wir von der Gemeinde ein Motorfahrzeug mit Anhänger, so das wie heute mit zu den bestgerüsteten Wehren des Kreises gehören und zu jeder Zeit in der Lage sind, bei Brandkatastrophen schnellstens mit einzugreifen, welches bei dem Großbrand auf dem Kloster Altenberg unter Beweis gestellt wurde. Auch erhielten wir dank der Gemeindevertretung im vorigen Jahr ein neues Gerätehaus mit Zentralheizung und Schlauchturm, so dass unsere modere Ausrüstung zu jeder Zeit einsatzbereit zur Verfügung steht.

So sollten wir nun unser 25-jähriges Bestehen festlich begehen mit dem Wahlspruch:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!

(Auszug aus der Festschrift am 22.,23. und 24.Mai 1954)

Wir, die aktuelle Einsatzabteilung, möchten hiermit unseren Dank und Respekt, den Kameraden gegenüber zum Ausdruck bringen, die unsere Feuerwehr aufgebaut haben.

Desweitern Ehren und Gedenken wir allen verstorbenen und gefallenen Kameraden.