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Feuer in der Fertigungshalle von „Maschinenbau Solms“ forderte Solms Feuerwehrfrauen- und -männer

Das Werksgelände der Firma Maschinenbau Solms GmbH im Niederbieler Gewerbegebiet war Ziel einer gemeinsamen Großübung der Solmser Feuerwehren. Die Aufgabe der 43 Einsatzkräfte bestand nicht nur in der Brandbekämpfung, sondern auch Verletzte in der Fertigungshalle zu finden und sie in Sicherheit zu bringen. Um den Einsatzkräften das Übungsszenario so realistisch wie möglich zu gestalten, hatte sich die Übungsleitung unter anderem zum Vernebeln der gesamten Werkhalle entschlossen.
„Diese Einsatzlage kann uns jeden Tag treffen und ist den Feuerwehrleuten nicht unbekannt“, betont Solms Stadtbrandinspektor Oliver Schweitzer (Oberndorf), der mit seinen beiden Stellvertretern Claus Röming (Albshausen) und Torsten Gernand (Niederbiel) den Übungsablauf bis ins Detail geplant hat. Aus diesem Grund stand das Üben von Standartabläufen in Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren im Vordergrund der Übung am Rande der Landstraße 3052 zwischen dem Solmser Stadtteil und dem benachbarten Leun. „Wenn die Basics sitzen können wir Zeit gewinnen, was insbesondere wenn es um Menschenrettung geht sehr wichtig ist“, unterstreicht Solms oberster Brandschützer an der Seite des Betriebszugehörigen Martin Weiß von „Maschinenbau Solms“ und von Solms Bürgermeister Frank Inderthal, der sich vor Ort über die Schlagkraft seiner Wehren überzeugte.
Der Übungsablauf war von dem Grundsatz, dass Menschenrettung Vorrang vor den übrigen Maßnahmen hat, geprägt. „Die Erstmaßnahmen sollten jedoch schon mit Blick auf das was noch folgt durchgeführt werden“, so Schweitzer, der den Übungsablauf in zwei Einsatzabschnitte einteilte. So galt es für die ersten am Übungsobjekt eintreffenden Einsatzkräfte aus Niederbiel und Oberbiel unter der Leitung des Abschnittsleiters Lars Werner (Niederbiel) die Menschenrettung durchzuführen und die nachrückenden Wehren aus Burgsolms, Albshausen und Oberndorf mit dem Abschnittsleiter Andreas Weichl (Burgsolms) parallel zu der bereits begonnenen Menschenrettung eine Wasserversorgung aufzubauen und den Brand zu bekämpfen. Auch wenn der Übungsablauf minutiös geplant war, wurden die Brandschützer auch vor unvorhersehbare Probleme gestellt, die sie jedoch mit Bravour lösten und pünktlich nach 60 Minuten das Kommando „Feuer aus“ zu hören war.
Ein Hauptaugenmerk der Übung lag auf der Suche und Rettung von Verletzten in der vernebelten Fertigungshalle, wo die mit schweren Atemschutzgeräten ausgestatteten Feuerwehrmänner nicht nur mit der ihnen unbekannten Örtlichkeit zu kämpfen hatten, sondern auch mit einer Sichtweite von nur wenigen Zentimetern durch den dichten Rauch der Nebelmaschine. Trotz der extrem schweren Bedingungen fanden die Feuerwehrleute nach zwölf Minuten den ersten Verletzten, der nach weiteren vier Minuten aus der Halle gerettet war. Es dauerte nicht lange, als dann ein weiterer Verletzte gefunden und gerettet wurde, bevor die erlösende Nachricht kam, dass sich zwei noch vermisste Mitarbeiter zwischenzeitlich bei der Einsatzleitung gemeldet hatten.
Der Einsatzschwerpunkt lag nun nicht mehr bei der Menschenrettung, sondern in der Brandbekämpfung. Es stellte sich heraus, dass den Wehren von der ersten Minute an genügend Löschwasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetzt zur Verfügung stand, so dass die Brandbekämpfer nicht auf die Wasserreserven ihrer Feuerwehrfahrzeuge zugreifen mussten.
Nach dem Szenario kamen die Wehrleute zu einer Übungsbesprechung im Niederbieler Gerätehaus zusammen, wo nach einer Aussprache nicht nur Solms Wehrführung, sondern auch das Stadtoberhaupt den persönlichen Einsatz der Feuerwehrfrauen- und -männer lobte und Danke sagte.


(Text und Bilder: Daniel Krause)